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3 Überlegungen, warum Marketing im Handwerk irrelevant ist:

 

Die Auftragsbücher sind voll, die Arbeit quillt zu den Ohren raus und die Samstage sind normale Arbeitstage…

So, oder so ähnlich geht es derzeit vielen Handwerksbetrieben! Da drängt sich natürlich die Frage auf: „Warum sollten diese Betriebe auch noch Marketing betreiben, Geld dafür ausgeben und die wertvolle Zeit dafür opfern?!“

Nun diese Fragen möchte ich nun mit ein paar Überlegungen etwas stressen… und nein, es wird kein Werbebeitrag für Marketing!

 

 

Überlegung 1: Wer gut ist in seinem Job, braucht keine Werbung!

 

Diese Aussage ist grundlegend einmal richtig. Sie gilt nicht nur für Arbeit, sondern auch für Produkte und Dienstleistungen. Wichtig ist hier jedoch zu hinterfragen ob es tatsächlich ganz ohne Werbung funktioniert…?!

Denn schließlich ist eine Empfehlung auch eine Art Werbung! Und zwar die Beste die es gibt!

Oder wie haben sie von Ihrem Mechaniker erfahren, oder von Ihrem Maler oder Schreiner oder oder oder…. und genau hier möchte ich gleich an die nächste Überlegung anknüpfen: Sind die Aufträge die ich habe, auch tatsächlich die Aufträge die ich möchte?

Werbung ist nur ein kleiner Teil des Marketings, wenn Sie also auf reine (Werbe)empfehlungen setzen, können Sie kaum steuern wem Sie empfohlen werden, sehr wohl aber die Art und Weise und über welchen Kanal sie empfohlen werden und somit auch die Zielgruppe! Und jetzt sind wir im Marketing!

Definieren Sie sich Ihren absoluten Wunschkunden und überlegen Sie wo dieser unterwegs sein könnte um nach Ihnen zu suchen! Nun bitten Sie Ihre zufriedenen Kunden Sie auf genau diesem Kanal zu empfehlen, dies kann online, zum Beispiel bei Google, Facebook oder einem Portal sein.

Offline können Sie zum Beispiel die Bestandskunden, welche Ihrem Wunschkunden am ähnlichsten sind, bitten Ihre Arbeit weiterzuempfehlen, mit der Vorraussetzung das Sie den Auftrag nur annehmen werden, wenn der nächste Kunde genau so ist wie Ihr Bestandskunde… Glauben Sie mir da sagt keiner Nein 😉

 

 

Überlegung 2:

Sind die Aufträge die ich habe, auch tatsächlich die Aufträge die ich möchte?

 

Ein kleines Besipiel: vor einiger Zeit hatte ich ein schönes Gespräch mit einem Schreinermeister aus Bad Tölz. Er hatte sich spezialisiert auf handgefertigte Hausbänke und Hollywoodschaukeln, der überwiegende Teil der Aufträge bestand aber aus Boden verlegen, Treppenstufen abschleifen und Handläufe setzen.

Die Auftragsbücher sind also voll bis oben hin, er aber eigentlich tot unglücklich. „Immer die selben scheiß Böden“ war sein Kommentar.

Wir besprachen also woran das liegen könnte und die Antwort lag auf der Hand: Um Geld zu verdienen, schrieb er Angebote auf ausgeschriebene Aufträge…Die er auch oft gewann. Das raubte so viel Zeit das er nicht dazu kam der Welt mitzuteilen, das er eine Koryphäe für hochwertigste Sitz- und Gartenmöbel ist. Einzig ein kleiner Hinweis auf der Visitenkarte ließ dies erkennen. Ein Umstand der sehr schnell geändert werden kann, sobald man ihn nur kennt!

Also: Nehmen Sie sich Zeit für die Arbeiten die Ihnen Spaß machen… das Leben ist zu kurz für den Rest!

 

 

Überlegung 3:

Die nächsten fünf Jahre ausgebucht… wofür da noch Werbung machen?!

 

Die meisten Handwerksbetriebe in Deutschland sind Inhabergeführt und sollen (so die Idealvorstellung) ca. 20 – 30 Jahre nach der Geburt, an die nächste Generation übergeben werden.

Und spätestens jetzt sollte einem klar werden warum eine gut geplante, langfristige Strategie wichtig ist! Es geht nicht darum kurzfristig die Auftragsbücher noch voller zu machen, sondern langfristig, peu á peu den Betrieb in den Köpfen der Menschen zu verankern!

Jede nachkommende Generation wird sich noch stärker mit den digitalen Medien befassen und zum Beispiel ihren Arbeitsplatz fast auschließlich im Internet suchen. Soll also der Sohnemann oder die Tochter, auf die Erfolge des elterlichen Betriebes zurückgreifen können, geht das nur, wenn dieser auch stetig seine Erfolge gefeiert hat… Klappern gehört schließlich zum Handwerk!

 

 

 

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Manuel Meya

Gründer der meya-consulting bei meya-consulting
Vom Handwerksmeister zum Marketeer.
Am 18.03.2016 bestand Manuel Meya an der FH Wien der Wirtschaftskammern seine Masterprüfung mit „sehr gut - mit Auszeichnung“. Der Metallbaumeister und Betriebswirt (HWK) aus München hat somit einen der höchsten Akademischen Grade der Wirtschaft erhalten, den MBA. Noch während des Studiums gründete er die „meya-consulting“ erst als Marketingberatung und schließlich als Agentur. Mit der Spezialisierung auf Handwerksbetriebe und mit über 52 Vortragsthemen sowie Seminaren bringt er Handwerkern, auf Augenhöhe das Thema Marketing näher.
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